BOSAN

Hochtemperaturalarm am Schraubenkompressor: Ursachen und Prüfschritte

Meldet ein Schraubenkompressor eine zu hohe Verdichtungsendtemperatur oder Austrittstemperatur der Verdichterstufe, sind Belüftung, Kühler, Schmierstoff, Kühlventilator, Kühlwasserkreislauf, Thermostatventil und Temperatursensor systematisch zu prüfen. Der Alarm darf nicht wiederholt zurückgesetzt werden, bevor die Ursache behoben ist.

· BOSAN

Hochtemperaturalarm am Schraubenkompressor: Ursachen und Prüfschritte

Ein Hochtemperaturalarm bedeutet normalerweise, dass die Verdichtungswärme nicht effizient abgeleitet wird oder dass die Bedingungen im Schmierstoffkreislauf, Kühlsystem oder Kompressorraum unnormal sind. Die Alarmgrenzen variieren je nach Modell, Schmiermittel und Steuerungseinstellungen. Verwenden Sie das Handbuch und die historischen Normalwerte des Geräts; Löschen Sie nicht einfach den Alarm, um den Kompressor weiterzubetreiben.

Typische Symptome

  • Der Steuerregler meldet zu hohe Verdichtungsendtemperatur, Austrittstemperatur der Verdichterstufe oder Öltemperatur und schaltet den Kompressor ab.
  • Die Temperatur steigt weiter nach dem Wechsel in den Lastbetrieb, fällt langsam nach dem Wechsel in den Leerlaufbetrieb oder bei Hitze oder bei Volllast gibt es wiederholt Alarme.
  • Der Kompressorraum ist übermäßig heiß und heiße Kühlerabluft wird wieder angesaugt.
  • Das Schmiermittel ist dunkel oder riecht verbrannt, oder der Kühllüfter oder das Kühlwassersystem funktioniert nicht normal.

Diagnostische Abfolge

  1. Zeichnen Sie die Alarmzeit, Umgebungstemperatur, Druck im Lastbetrieb, Motorstrom und Temperaturtrend vor dem Abschalten auf. Bestimmen Sie, ob das Ereignis ein anhaltender Anstieg oder ein unwahrscheinlicher Sensorsprung ist.
  2. Nach dem Abschalten, der Isolierung, dem Drucklosmachen und der Bestätigung, dass der Ölabscheiderbehälter-Druck null ist, überprüfen Sie den Schmierstoffstand genau wie im Handbuch angegeben. Ein zu niedriger Ölstand beeinträchtigt die Schmierung und Wärmeabfuhr; ein zu hoher Ölstand kann Schaumbildung und Probleme bei der Ölabscheidung verursachen.
  3. Inspizieren Sie Raumlufteinlässe, Abluftöffnungen, Lüftungskanäle und Luftleitbleche. Bestätigen Sie, dass heiße Auslassluft nicht zum Kompressoreinlass zurückströmen kann.
  4. Überprüfen Sie die Ansaugfiltermatten, den Lufteinlassfilter und die äußeren Kühlerflächen auf Verschmutzungen und Verstopfungen. Schützen Sie elektrische Bauteile während der Reinigung und drücken Sie keinen Schmutz tiefer in den Kühlerkern.
  5. Bestätigen Sie die Richtung des Kühllüfters, die Drehzahl und die Steuerlogik. Prüfen Sie je nach Ausführung das Lüfterschütz, den Riemen oder den Frequenzumrichter.
  6. Bei wassergekühlten Einheiten überprüfen Sie die Eintrittstemperatur, den Volumenstrom, den Differenzdruck und die Qualität des Kühlwassers. Bestätigen Sie, dass die Ventile offen sind, die Siebe frei sind und der Wärmetauscher nicht verkalkt ist.
  7. Wenn Belüftung, Schmierstoffstand und äußere Reinigung zufriedenstellend sind, sollte ein qualifizierter Techniker den Ölfilter, innere Verstopfungen des Ölkühlers, das Thermostatventil, das Ölstoppventil, die Leckage im Schmiermittelkreis und die Genauigkeit des Temperatursensors überprüfen.

Korrekturmaßnahmen

  • Stellen Sie eine wirksame Raumbelüftung wieder her und trennen Sie heiße Abluft von der Einlassluft; Überarbeiten Sie die Kanäle, wenn die installierte Wärmeableitungskapazität unzureichend ist.
  • Verwenden Sie das angegebene Schmiermittel und korrigieren Sie den Stand nach dem zugelassenen Verfahren. Oxidiertes, emulgiertes oder gemischtes Schmiermittel kann einen Austausch und Systemreinigung erfordern.
  • Reinigen oder ersetzen Sie verstopfte Filter und Kühler. Stellen Sie die angegebene Wassertemperatur und den Durchfluss bei wassergekühlten Aggregaten wieder her.
  • Nach der Reparatur des Ventilators, Thermostatventils, Schmierstoffkreises oder Sensors überprüfen Sie stabile Temperaturen sowohl im unbelasteten als auch im belasteten Betrieb, bevor Sie die Maschine wieder in den kontinuierlichen Betrieb stellen.

Stoppen Sie den Kompressor und rufen Sie einen qualifizierten Techniker, wenn

  • Der Alarm tritt kurz nach dem Neustart wieder auf oder die Temperatur steigt schnell an, ohne sich zu stabilisieren.
  • Es gibt einen verbrannten Geruch, Rauch, metallisches Reiben, starke Schmiermittelleckagen oder karbonisiertes Schmiermittel.
  • Die Verdichterstufe ist schwer zu drehen, der Kühlventilator steht still, der Kühlwasserfluss fehlt oder die Sensorpräzision kann nicht bestätigt werden.

Vorbeugung

  • Protokollieren Sie täglich die Umgebungstemperatur, Verdichtungsendtemperatur und den Druck im Lastbetrieb, um eine normale Basislinie zu erstellen.
  • Verkürzen Sie die Inspektionsintervalle für Filtermatten, Kühler und Filterelemente in staubigen oder hochtemperaturigen Umgebungen.
  • Halten Sie die Ansaug- und Auslasswege des Kompressorraums getrennt und halten Sie den Auslassbereich des Kühlers frei.
  • Warten Sie Schmiermittel, Ölfilter und thermostatisches System entsprechend den Betriebsstunden und dem tatsächlichen Schmiermittelzustand.

Wichtiger Hinweis

Alarmgrenzen, Schmiermittelstandverfahren, Schmiermittelspezifikationen und Lüftersteuerung unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell. Dieser Artikel gibt diagnostische Richtungen an und ersetzt nicht das modellspezifische Betriebs- und Wartungshandbuch.